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Klinisch-chemische, serologische Untersuchungen

Blut

Die Probenentnahme sollte möglichst morgens zwischen 8:00 und 10:00 Uhr am nüchternen Patienten erfolgen, nach mindestens fünf Minuten Ruhephase in sitzender oder liegender Position. Die Venenstauung sollte nicht länger als ein bis zwei Minuten dauern, ein Pumpen mit der Faust sollte vermieden werden. Nach erfolgreicher Punktion Stauung lösen und bei der Blutentnahme einen gleichmäßigen Sog ausüben.

Die Probengewinnung erfolgt in folgender Reihenfolge:

  • Blutkultur (Mikrobiologie)
  • Serum
  • Citrat-Blut (Gerinnung)
  • EDTA-Blut (Hämatologie)
  • Fluorid-Blut (Glukose)

Danach werden alle Röhrchen vorsichtig geschwenkt.

Serum

Falls nicht ausdrücklich anders vermerkt, wird für die Bestimmungen Serum verwendet. Vollblut nach der Abnahme in der Gel-Monovette bis zur vollständigen Gerinnung 30–60 Minuten bei Raumtemperatur unbedingt stehend lagern. Anschließend 10 Minuten bei 3500–5500 U/min (ca. 2500 x g) mit Verschlusskappe zentrifugieren. Material bis zum Versand kühl lagern.

Vollblut

Für Blutgruppenserologie keine Gelmonovetten und kein Filtersystem verwenden. Aufkleber mit Name, Vorname und Geburtsdatum vor der Blutentnahme anbringen.

EDTA-Blut

EDTA-präparierte Monovette sofort nach Blutentnahme gut schwenken (nicht schütteln). Röhrchen bei Raumtemperatur aufbewahren und am gleichen Tag an das Labor weiterleiten. Etikett direkt unter der Kappe ankleben.

EDTA-präparierte Monovette

Heparinpräparierte Monovette nach Blutentnahme gut schwenken (nicht schütteln). Falls keine Heparin-Monovette verfügbar ist, 10 ml Blut mit 0,2–0,3 ml Heparin (2500 IE/ml) mischen, in Versandröhrchen überführen und kühl lagern.

Anfertigung eines Blutausstriches

Bei der EDTA-Blutentnahme mit der Anforderung „großes Blutbild“ bitten wir um Anfertigung eines Blutausstriches, da sich Zellen im EDTA-Blut während der Lagerung verändern können. Für die Malaria-Diagnostik bitte immer Kapillarblut verwenden. Der Ausstrich sollte aus Kapillar- oder EDTA-Blut innerhalb von 3 Stunden angefertigt werden.

  • Nur saubere, fettfreie und unbeschädigte Objektträger verwenden.
  • Objektträger an den Schmalseiten mit Daumen und Mittelfinger halten.
  • Einen kleinen Blutstropfen (etwa Stecknadelkopfgröße) auf das Drittel nahe dem Mittelfinger geben.
  • Ein Deckglas im Winkel von etwa 45° auf den Objektträger setzen.
  • Deckglas gleichmäßig zum Blutstropfen führen, sodass sich das Blut entlang der Kante verteilt.
  • Deckglas langsam nach vorne schieben, um das Blut zu einer dünnen Schicht auszustreichen.
  • Der Ausstrich sollte etwa 1 cm vor dem Ende des Objektträgers enden. Falls nicht, neuen Ausstrich mit weniger Blut anfertigen.
  • Blutausstrich an der Luft trocknen lassen und am Mattrand mit Bleistift beschriften.

Anfertigung eines dicken Tropfens

Ein kleines Tröpfchen Blut, am besten Kapillarblut (weniger geeignet ist EDTA- oder Heparin-versetztes Blut) wird auf einem Objektträger mit Hilfe der Ecke eines zweiten Objektträgers unter kreisenden Bewegungen zu einem Fleck von etwa 1 cm Durchmesser ausgebreitet. Dieses Verrühren des Blutes für etwa 20 bis 30 Sekunden ist sehr wichtig für das gute Haften der Blutschicht am Objektträger während der Färbung. „Dicke Tropfen“ dürfen aber nicht zu dick sein; wenn sie auf Gedrucktes gelegt werden, sollte dieses durch die Blutschicht hindurch gut zu lesen sein. Nach dem Eintrocknen (5 bis 10 Minuten) sind die Präparate fertig zum Versand ins Labor. Die Präparate dürfen keinesfalls fixiert werden! Jeweils drei bis vier „Dicke Tropfen“ und normale dünne Blut-Ausstriche zusammen mit 2 ml EDTA-Blut sollen gut verpackt rasch eingeschickt werden.

Plasma

EDTA- oder Heparin-Vollblut 10–15 Minuten bei 3000 U/min zentrifugieren. Plasma in Versandröhrchen überführen, kühl lagern und Plasmaart angeben.

Urin

20–50 ml Spontan- oder Mittelstrahlurin kühl lagern. Für Urinsediment oder Streifentest Proben möglichst innerhalb von 2 Stunden gekühlt ins Labor senden. Borsäurekonservierung ist für Streifentest nicht geeignet.

24-Stunden-Sammelurin

Urin kühl und lichtgeschützt sammeln. Sammelperiode morgens nach dem ersten Morgenurin beginnen (diesen verwerfen). Alle folgenden Portionen bis zum nächsten Morgen einschließlich des ersten Morgenurins sammeln. Gut durchmischen und 50 ml unter Angabe der Gesamtmenge einsenden.

Material für Gerinnungsuntersuchungen

  • Bevorzugt Citrat-Monovette bis zur Marke (3,0 ml) füllen.
  • Bei Plasmaeinsendung Plasmaart angeben.
  • Verfallsdatum der Citrat-Monovette beachten.
  • Venenstauung maximal 1 Minute.
  • Schonende Venenpunktion ohne Mehrfachstechen.
  • Schonendes Ansaugen ohne Schaum- oder Blasenbildung.
  • Citratmonovette vollständig füllen (1 Teil Antikoagulanz, 9 Teile Blut).
  • Blut nicht zuerst in Spritze ziehen und danach ins Röhrchen überführen.
  • Sofort nach Abnahme mischen, nicht schütteln.
  • Vollblut nicht unter 0 °C lagern.
  • Material am selben Tag ins Labor senden.

Gefrorenes Material

Kühlbox für Gefrierversand wird zur Verfügung gestellt.

Bakteriologische Untersuchungen

Präanalytik Mikrobiologie:

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